Willkommen zum 20. Meetup KI IN TRAUER
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Das Meetup findet jeden 2. Donnerstag im Monat von 19:00 bis 20:00 Uhr statt und ist kostenlos.
Zusammenfassung Meetup KI IN TRAUER 11.06.2026:
1. KI in der Palliativversorgung und Altenpflege Ein zentrales Thema war der Einsatz von KI im Bereich der Palliativ- und Altenpflege sowie der Trauerbegleitung. Er stellten fest, dass KI zwar ein großes Trendthema ist, es aber aktuell noch an echten Anwendungsfällen und Expertise in der Praxis mangelt.
Als positives Praxisbeispiel wurde ein Fall aus dem Jahr 2021 aus der Zeitschrift The New Yorker besprochen: Eine ältere, einsam lebende Frau erhielt einen KI-Konversationsroboter. Diese KI interagiert humorvoll mit ihr, animiert sie zu Kreuzworträtseln und dient als eine Art "Assisted Living". Dies führte dazu, dass sich ihre Demenz-Symptome verbesserten und sie länger selbstständig zu Hause leben konnte, was auch pflegerische und finanzielle Vorteile mit sich bringt.
2. Digitalisierung, Datenschutz und Bürokratie
Das Meetup diskutierte über die mangelnde Digitalisierung in der Bestattungs- und Gesundheitsbranche. Ein großes Problem sind Schnittstellen und die strikte Auslegung des Datenschutzes in Deutschland. So wurde berichtet, dass Hospize teilweise zwei Tage brauchen, um frei gewordene Betten neu zu vergeben, weil der Datenfluss zwischen den Institutionen nicht funktioniert. Auch Bestatter arbeiten oft noch mit Excel und müssen für Behördengänge persönlich vor Ort erscheinen. Während andere europäische Länder wie Schweden oder die Niederlande hier viel weiter sind, wird in Deutschland die Innovation oft durch Föderalismus und Datenschutzbedenken gebremst. Als positives Gegenbeispiel für gelungene Digitalisierung sensibler Daten in Deutschland wurde die DATEV-Software genannt.
3. Erinnerungskultur und Start-ups Im Bereich der Erinnerungskultur gibt es Bewegung durch verschiedene Start-ups, die digitale Gedenkseiten, 2D-Erinnerungsräume oder Apps anbieten (z.B. "Famories", "Mount Memory", "Willow"). Es wurde jedoch angemerkt, dass viele dieser Unternehmen schnell wieder vom Markt verschwinden.
4. Eindrücke von den Messen "Befa" und "Leben und Tod" Ein Rückblick auf die Branchenmessen zeigte, dass die Bestattungsbranche zwar träge ist, sich aber langsam für Themen wie Design, Ästhetik und aktive Trauerbegleitung öffnet. Ein riesiger Trend ist die Nachhaltigkeit: Es gibt mittlerweile Särge aus Pilzmyzel (Moosbett statt Polyester), Urnen aus Kakaoschalen und Materialien, bei denen sogar der Duft (z.B. Pfefferminz und Thymian) eine Rolle spielt. Dieser Fokus auf Haptik, Duft und analoge Materialien bildet einen spannenden, gegensätzlichen Kontrast zur rein digitalen KI-Welt. Kritisiert wurde jedoch, dass Nachhaltigkeit oft nur als Marketing ("Greenwashing") genutzt wird, während die Logistik im Hintergrund (z.B. ein umgebauter Porsche als Bestattungswagen oder viel Müll auf den Messeständen) wenig nachhaltig ist.
Schöne Zusammenfassung zur BEFA und Newsletter Empfehlung: https://www.goodgrief.me/newsletter/blog-post-22
5. "KI-Müdigkeit" und Verantwortung Gegen Ende wurde der Begriff der "KI-Müdigkeit" diskutiert. Dieser entsteht nicht aus Desinteresse, sondern aus einer gewissen Überforderung und falschen Erwartungshaltungen, da KI als eine Art Allheilmittel wahrgenommen wurde. Es wurde vor einem blinden Vertrauen in die Technologie gewarnt: Beispiele wie eine KI, die selbstständig eine komplette Unternehmensdatenbank löschte, oder eine KI, die völlig unbrauchbare Theaterkonzepte schrieb, zeigten, dass Nutzer die Verantwortung nicht einfach abgeben dürfen.
Danke an alle, die dabei waren!